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Aktualisiert: 17. September 2026 9 Min. Lesezeit

Bitcoin bei der Sparkasse und Volksbank kaufen: Was 2026 geht, was es kostet – und die Alternativen

Philipp Zurawski
Philipp ZurawskiGründer & Chefredakteur

Krypto-Investor seit 05. April 2017

Zuletzt aktualisiert: 17. September 2026

Das Wichtigste in Kürze · Stand 17.09.2026

  • Sparkasse: Noch nicht möglich. Die Sparkassen-Finanzgruppe hat den Kryptohandel über die DekaBank im Juni 2025 beschlossen; die 46 Sparkassen in Hessen und Thüringen kündigen den Start von Handel und Verwahrung in der App Sparkasse für Oktober 2026 an. Gebühren, Verwahrer und Coin-Liste sind bis zum Prüfdatum nicht veröffentlicht.
  • Volksbank: Läuft. „meinKrypto“ der DZ BANK hat seit Ende Dezember 2025 die MiCAR-Zulassung der BaFin; Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Cardano in der VR Banking App, jede Bank entscheidet selbst. Beispiel Hannoversche Volksbank: 0,78 % Provision je Kauf oder Verkauf plus Drittkosten, Mindestorder 10 €.
  • Was heute schon geht: Bitcoin-ETPs über den S Broker im Wertpapierdepot, und einzelne Sparkassen verweisen auf die Börse Stuttgart Digital Exchange (BSDEX) als Partner – beides kein Handel in der Sparkassen-App.
  • Einordnung: Bequem, deutsch verwahrt, aber teurer und kleiner als Krypto-Börsen: 0,78 % gegen 0,15 bis 0,25 % bei Bitvavo oder Finst, vier Coins gegen mehrere hundert. Für den ersten kleinen Kauf im vertrauten Banking sinnvoll – für alles darüber lohnt der Börsen-Vergleich.

Sparkasse: Beschluss 2025, Start im Oktober 2026 – zuerst in Hessen und Thüringen

Noch 2022 hatte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) seinen Instituten empfohlen, keinen Kryptohandel anzubieten. Am 30. Juni 2025 kam die Kehrtwende: Der DSGV-Gesamtvorstand verständigte sich darauf, dass die DekaBank ein Kryptoangebot für die Gruppe entwickelt, auf das die einzelnen Sparkassen bei Bedarf zugreifen können. Der Zugang soll über die App Sparkasse laufen, gedacht für „Selbstentscheiderinnen und Selbstentscheider“ – beraten oder beworben wird das Angebot nicht, und die Sparkassen bleiben bei ihrer Einschätzung, Kryptowährungen seien „hochspekulative Anlagen“ (DSGV-Sprecher laut dpa/ZDF, 30.06.2025).

Den ersten konkreten Termin nennt der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen in seiner Presseinformation zum ersten Halbjahr 2026 vom 7. September 2026: „Ab Oktober wird in der App dann auch die Verwahrung und der Handel von Kryptowährungen für Selbstentscheider möglich sein.“ Das betrifft die 46 Sparkassen in Hessen und Thüringen; Medienberichte nennen Bitcoin und Ether als Startwährungen. Für die übrigen Regionalverbände gibt es zum Prüfdatum keine veröffentlichten Termine – jede Sparkasse entscheidet selbst, ob und wann sie das Deka-Angebot freischaltet.

Sparkassen-Kryptoangebot (Deka)Stand 17.09.2026
ZugangApp Sparkasse, für Selbstentscheider; keine Beratung, keine aktive Werbung
StartOktober 2026 in Hessen und Thüringen (46 Sparkassen); andere Regionen ohne Termin
Coinslaut Medienberichten zunächst Bitcoin und Ether – offiziell nicht veröffentlicht
Gebührennicht veröffentlicht
Verwahrung„Verwahrung und Handel“ in der App laut SGVHT; Verwahrer nicht veröffentlicht
Transfer auf eigene Walletnicht veröffentlicht

Was Sparkassen-Kunden heute schon nutzen können: Der S Broker, der Wertpapierbroker der Sparkassen, handelt Krypto-ETPs – börsengehandelte Schuldverschreibungen auf Bitcoin und andere Coins im normalen Depot, ohne Wallet, mit laufender Produktgebühr (Unterschiede im Beitrag Krypto-ETPs). Und einzelne Sparkassen, etwa die Kreissparkasse Verden, verlinken auf ihrer Website die Börse Stuttgart Digital Exchange (BSDEX) als Partner für echten Kryptohandel – das ist dann aber ein eigenes Konto bei der BSDEX, nicht die Sparkassen-App.

Volksbank: „meinKrypto“ läuft seit Anfang 2026

Die genossenschaftlichen Banken sind weiter. Nach einer Pilotphase mit sechs Volksbanken seit Ende 2024 erhielt die DZ BANK Ende Dezember 2025 die MiCAR-Zulassung der BaFin für ihre Plattform „meinKrypto“ (Presseinformation vom 12. Januar 2026). Die Fakten aus der Mitteilung und dem Preisverzeichnis einer teilnehmenden Bank:

meinKrypto (DZ BANK / Atruvia)Stand 17.09.2026
ZugangKrypto-Wallet in der VR Banking App, für Selbstentscheider, nicht Teil der Beratung; Demo-Modus mit fiktivem Guthaben
Verfügbarkeitjede Volksbank/Raiffeisenbank entscheidet selbst und braucht eine eigene MiCAR-Notifizierung; laut Genoverband-Studie (09/2025) planten über ein Drittel der Banken die Einführung
CoinsBitcoin, Ethereum, Litecoin, Cardano
Kosten (Beispiel Hannoversche Volksbank)Registrierung kostenlos; 0,78 % Provision je Kauf und Verkauf zuzüglich Auslagen und Kosten Dritter; Mindestorder 10 € (Verkauf kleinerer Restpositionen möglich)
Handelszeitengrundsätzlich rund um die Uhr, vorbehaltlich technischer Verfügbarkeit
Ausführung und VerwahrungAusführung über die EUWAX AG, Verwahrung bei der Boerse Stuttgart Digital Custody – dieselbe Infrastruktur wie hinter BISON und BSDEX
Voraussetzungenvolljährig, Hauptwohnsitz in Deutschland, Konto mit VR Banking App inkl. VR-NetKey, gültiger Ausweis, Legitimation nicht älter als 24 Monate; ausgeschlossen u. a. US-, russische und belarussische Staatsbürger
Transfer auf eigene Walletin den geprüften Unterlagen nicht vorgesehen – die Wallet ist Teil der App

Die Provision setzt jede Bank in ihrem eigenen Preisverzeichnis fest; 0,78 % ist der Wert der Hannoverschen Volksbank vom Dezember 2025. Dazu kommen „Auslagen und fremde Kosten“ der Ausführung – praktisch der Spread der EUWAX, den die Bank nicht beziffert. Prüfen Sie vor dem ersten Kauf das Preisverzeichnis Ihrer Bank; es ist auf der jeweiligen „Kryptowerte handeln“-Seite verlinkt.

Bank oder Krypto-Börse: die Unterschiede

Sparkasse / VolksbankZugelassene Krypto-Börse (z. B. Bitvavo, BISON, Kraken)
Kontovorhandenes Girokonto, Legitimation liegt voreigenes Konto mit Video- oder Ausweis-Ident
Kosten je KaufVolksbank 0,78 % + Drittkosten; Sparkasse offen0,15–0,25 % (Bitvavo, Finst), 1 % + Spread (Broker-Apps), 1,25 % Spread (BISON)
Coins2 bis 410 (BSDEX) bis über 650 (Bitpanda)
Verwahrungin Deutschland (Boerse Stuttgart Digital Custody bei meinKrypto)je nach Anbieter Deutschland, Niederlande, Irland, Luxemburg – alle mit MiCA-Zulassung
Eigene Walletnicht vorgesehenbei den meisten Anbietern möglich (siehe Wallet-Vergleich)
Sparplan, Stakingnicht dokumentiertSparpläne ab 0,01 €, Staking bei vielen Anbietern
Beratungausdrücklich keinekeine
SteuermeldungDAC8 seit 2026DAC8 seit 2026

Ein Punkt verdient Klarheit: Die Verwahrung „bei der Bank“ ist keine Einlage. Kryptowerte fallen nicht unter die Einlagensicherung, auch nicht bei Sparkasse oder Volksbank – sie werden von einem MiCA-Verwahrer getrennt vom Bankvermögen gehalten, das Kursrisiko tragen Sie. Der Vorteil des Bankwegs liegt nicht in mehr Schutz vor Kursverlusten, sondern in weniger Handgriffen.

Was 1.000 Euro Bitcoin kosten

AnbieterGebühr für 1.000 € BitcoinQuelle / Prüfdatum
Volksbank meinKrypto (Hannoversche Volksbank)7,80 € + DrittkostenPreisverzeichnis 12/2025, geprüft 17.09.2026
Sparkasse (Deka)nicht veröffentlichtStand 17.09.2026
Bitvavo2,50 € (Taker), kein Spread17.09.2026
Finst1,50 €, laut Anbieter ohne Spread16.09.2026
BISON (Börse Stuttgart)12,50 € (Spread 1,25 %)15.09.2026
Trade Republic1 € + Spread16.09.2026
Bitpanda9,90 € + Spread15.09.2026

Die Volksbank liegt damit im Mittelfeld der Broker-Apps und deutlich über den Orderbuch-Börsen. Bei 100 Euro im Monat sind das 78 Cent je Ausführung – kein Betrag, der über den Erfolg eines Sparplans entscheidet. Bei 10.000 Euro sind es 78 Euro gegen 25 Euro bei Bitvavo. Alle Anbieter nebeneinander, mit Rechner: Krypto-Börsen-Vergleich.

Für wen der Bankweg passt – und für wen nicht

  • Passt: Wer einen kleinen Betrag in Bitcoin oder Ether halten will, ohne ein weiteres Konto, eine weitere App und eine weitere Verifizierung – und wem eine deutsche Verwahrung mehr wert ist als ein halbes Prozent Gebühr.
  • Passt nicht: Wer regelmäßig kauft (Sparplan-Funktion nicht dokumentiert), mehr als vier Coins will, seine Coins später auf eine eigene Hardware-Wallet übertragen möchte oder Beträge bewegt, bei denen 0,5 Prozentpunkte Unterschied ins Gewicht fallen.
  • Sparkassen-Kunden außerhalb Hessens und Thüringens: warten oder eine zugelassene Börse nutzen – die Deka-Lösung hat für andere Regionen keinen Termin.

So läuft der Kauf bei der Volksbank

  1. Prüfen, ob Ihre Bank meinKrypto anbietet: Die Seite „Kryptowerte handeln“ auf der Website Ihrer Volksbank oder Raiffeisenbank zeigt es – und verlinkt das Preisverzeichnis.
  2. Voraussetzungen: VR Banking App mit VR-NetKey und ePostfach, gültiger Ausweis, Legitimation jünger als 24 Monate (sonst zuerst Video-Ident).
  3. Krypto-Wallet in der App eröffnen – kostenlos; wer unsicher ist, probiert zuerst den Demo-Modus mit fiktivem Guthaben.
  4. Kaufen: ab 10 € je Order, rund um die Uhr; die Provision (z. B. 0,78 %) plus Drittkosten werden vor der Ausführung angezeigt.
  5. Belege sichern: Abrechnungen aus dem ePostfach für die Steuer aufbewahren – die Haltefrist von einem Jahr läuft ab dem Kauftag (Krypto-Steuern).

Bei der Sparkasse wird der Weg nach dem Start ähnlich aussehen: Freischaltung in der App Sparkasse, Selbstentscheider-Hinweis, Risikoinformation inklusive Totalverlust. Sobald Preisverzeichnis und Bedingungen veröffentlicht sind, tragen wir sie hier nach.

Meine Einordnung

Dass die beiden größten deutschen Bankengruppen Bitcoin ins Online-Banking holen, ist die eigentliche Nachricht – 2022 galt das noch als unverantwortlich. Für Einsteiger senkt es die Hürde spürbar. Zwei Dinge würde ich trotzdem im Kopf behalten: Erstens laufen die Bankangebote über dieselbe Infrastruktur der Börse Stuttgart, über die ich seit 2021 direkt bei BISON gekauft habe – der Umweg über die Bank kostet mehr, nicht weniger. Zweitens ist „Verwahrung bei der Bank“ eine Bequemlichkeit, kein Sicherheitsversprechen: Der Kurs kann genauso fallen, und wer seine Coins wirklich selbst halten will, kommt an einer eigenen Wallet nicht vorbei.

Häufige Fragen

Kann ich bei der Sparkasse Bitcoin kaufen?

Zum Prüfdatum 17.09.2026 noch nicht. Der Kryptohandel über die DekaBank ist beschlossen; die 46 Sparkassen in Hessen und Thüringen kündigen Handel und Verwahrung in der App Sparkasse für Oktober 2026 an. Andere Regionen haben keinen veröffentlichten Termin. Bitcoin-ETPs gibt es schon heute über den S Broker.

Was kostet Bitcoin bei der Sparkasse?

Die Gebühren des Deka-Angebots sind bis zum Prüfdatum nicht veröffentlicht. Zum Vergleich: Die Volksbank-Lösung meinKrypto kostet bei der Hannoverschen Volksbank 0,78 % je Kauf plus Drittkosten, Krypto-Börsen wie Bitvavo 0,25 %.

Kann ich bei der Volksbank Bitcoin kaufen?

Ja, wenn Ihre Volksbank oder Raiffeisenbank „meinKrypto“ freigeschaltet hat: Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Cardano in der VR Banking App, ab 10 € je Order, mit MiCAR-Zulassung der DZ BANK seit Dezember 2025. Ob Ihre Bank dabei ist, steht auf deren Website unter „Kryptowerte handeln“.

Ist Bitcoin bei der Bank sicherer als an einer Krypto-Börse?

Nicht beim Kursrisiko – das ist identisch. Bei der Verwahrung gilt bei Bank und zugelassener Börse dasselbe MiCA-Recht: getrennte Verwahrung, keine Einlagensicherung. Der Unterschied ist Bequemlichkeit: bekannte App, keine neue Verifizierung.

Kann ich Bitcoin von der Volksbank auf meine eigene Wallet übertragen?

In den geprüften Unterlagen ist das nicht vorgesehen – meinKrypto ist eine Wallet innerhalb der VR Banking App. Wer Coins selbst verwahren will, braucht einen Anbieter mit Wallet-Transfer (Übersicht im Wallet-Vergleich).

Melden Sparkasse und Volksbank meine Bitcoin-Käufe ans Finanzamt?

Ja, wie jeder zugelassene Krypto-Dienstleister seit dem 1. Januar 2026 nach DAC8. Steuerlich gilt das Übliche: ein Jahr Haltefrist, Freigrenze 1.000 € für private Veräußerungsgewinne.

Bekomme ich bei der Sparkasse eine Beratung zu Bitcoin?

Nein. Beide Bankengruppen richten ihre Angebote ausdrücklich an Selbstentscheider und beraten nicht zu Kryptowerten; die Sparkassen wollen das Angebot auch nicht aktiv bewerben.

Quellen und Prüfdatum

  • Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen, Presseinformation „Sparkassen in Hessen und Thüringen: Geschäftliche Entwicklung im ersten Halbjahr 2026“ vom 07.09.2026 (PDF, sgvht.de): Start von Verwahrung und Handel von Kryptowährungen in der App Sparkasse ab Oktober – geprüft 17.09.2026
  • dpa/ZDFheute, 30.06.2025, „Sparkassen planen Kryptoangebot für Privatkunden“: DSGV-Gesamtvorstandsbeschluss, DekaBank als Anbieter, Zugang über die App Sparkasse, Sprecherzitate; DSGV-Position 2022; Volksbanken-Pilot mit sechs Instituten seit Ende 2024 – geprüft 17.09.2026
  • DZ BANK, Presseinformation „DZ BANK erhält MiCAR-Zulassung für Handel mit Kryptowerten“ vom 12.01.2026 (PDF, dzbank.de): meinKrypto, BTC/ETH/LTC/ADA, VR Banking App, Selbstentscheider, Atruvia, Boerse Stuttgart Digital Custody, EUWAX, Genoverband-Studie – geprüft 17.09.2026
  • Hannoversche Volksbank eG, Preis- und Leistungsverzeichnis für den Kryptowertehandel (Stand 12/2025): 0,78 % Provision, Mindestorder 10 €, Drittkosten; Produktseite „Kryptowerte handeln“ (Coins, Voraussetzungen, Demo-Modus, Handelszeiten) – geprüft 17.09.2026
  • Kreissparkasse Verden, Seite „Kryptowährungen“ (BSDEX als Partner, Verwahrung blocknox, Euro-Guthaben Solarisbank) – geprüft 17.09.2026
  • Vergleichswerte der Börsen: Prüfprotokoll zum Krypto-Börsen-Vergleich, 15.–17.09.2026
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