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GrundlagenAktualisiert: 16. September 2026 4 Min. Lesezeit

Bärenmarkt: wie die drei großen Bitcoin-Abschwünge abliefen, was mich 2022 wirklich Geld gekostet hat – und was in der Phase hilft

77 bis 86 Prozent Rückgang, jeweils rund ein Jahr: So liefen die Bitcoin-Bärenmärkte bisher. Wie sie ablaufen, warum nicht der Kurs, sondern Hebel und Verwahrer das Geld kosten, und was in der Phase wirklich hilft.

Philipp Zurawski
Philipp ZurawskiGründer & Chefredakteur

Krypto-Investor seit 05. April 2017

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2026

Bärenmarkt
Illustration: KI-generiert

Das Wichtigste in Kürze · Stand 16.09.2026

  • Bärenmarkt = anhaltend fallende Kurse mit tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Bei Bitcoin bisher drei große: 2014–2015 (−86 %), 2018 (−84 %), 2022 (−77 %); der Rückgang seit dem Hoch 2025 ist der vierte Test.
  • Der Ablauf: erster Einbruch, Erholung („alles gut“), zweiter Einbruch mit Insolvenzen und Kapitulation, dann monatelange Bodenbildung, in der niemand mehr über Krypto spricht.
  • Was ihn gefährlich macht: nicht der Kursverlust, sondern Hebel, Lending-Anbieter und die Versuchung, „das Tief zu kaufen“ – jeweils bevor es da ist.
  • Was sich bewährt hat: Bestände auf der eigenen Wallet, Sparplan weiterlaufen lassen, Verluste steuerlich nutzen, Zeit zum Lernen statt zum Handeln.

Wie ein Bärenmarkt abläuft

Er beginnt nicht mit dem ersten Einbruch, sondern mit der Erholung danach. Nach dem Hoch fällt der Kurs um 30 bis 40 Prozent – ein Rücksetzer, wie es im Bullenmarkt mehrere gab. Dann erholt er sich, aber nicht bis zum alten Hoch: ein tieferes Hoch. Der zweite Einbruch ist der, der Anbieter mit zu viel Hebel und zu wenig Eigenkapital reißt – 2014 Mt. Gox, 2018 die ICO-Projekte, 2022 Terra, Celsius, Voyager, Three Arrows Capital und schließlich FTX. Jede Insolvenz löst Zwangsverkäufe aus, die Kurse fallen weiter, bis auch die Überzeugten verkaufen: die Kapitulation. Danach passiert lange nichts. Das Volumen sinkt, die Medien ziehen weiter, und irgendwo in dieser Stille liegt das Tief, das erst Monate später erkennbar ist.

BullenmarktBärenmarktAkkumulationAufschwungAbschwungKapitulationEuphorie / HochZeit →
Schema: Bitcoin hat bisher jeden Zyklus in dieser Form durchlaufen – die Phasen sind erst im Rückblick eindeutig. Am Hoch fühlt sich der Kauf sicher an, am Tief falsch.

Die Bitcoin-Bärenmärkte im Überblick

ZeitraumHoch → Tief (gerundet)RückgangDauer bis zum TiefWas ihn prägte
Dez. 2013 – Jan. 2015~1.100 $ → ~160 $~86 %~13 MonateMt.-Gox-Insolvenz (Feb. 2014), Regulierungsunsicherheit
Dez. 2017 – Dez. 2018~19.700 $ → ~3.200 $~84 %~12 MonateICO-Blase platzt, Bitcoin-Cash-Streit, Kapitulation Nov./Dez. 2018
Nov. 2021 – Nov. 2022~69.000 $ → ~15.500 $~77 %~12 MonateZinswende, Terra/Luna (Mai), Celsius/3AC (Juni), FTX (Nov.)
seit Okt. 2025über 120.000 $ → offendeutlich, Verlauf offenläuftStand 16.09.2026: siehe Kurstabelle

Was mich 2018 und 2022 gelehrt hat

2018 habe ich gehalten – ich hatte Ende 2017 gekauft, und das Geld war nicht eingeplant. 2022 lagen die Kernbestände auf dem Ledger; nicht abgesichert waren die Beträge, die bei Celsius und BlockFi lagen, um Zinsen zu verdienen. Celsius sperrte im Juni 2022 die Auszahlungen und meldete im Juli Insolvenz an, BlockFi folgte im November nach dem FTX-Kollaps – das Geld war weg, und was Insolvenzverfahren Jahre später ausschütten, ersetzt keinen Bestand. Der Kursrückgang hat mich nichts gekostet, was nicht zurückkam; der Verwahrer schon. Seitdem gilt: Der Kernbestand liegt auf der eigenen Wallet, und was ich verleihe, ist Geld, dessen Verlust ich verkrafte – Lending-Vergleich.

Was im Bärenmarkt hilft

  1. Verwahrung prüfen. Alles, was nicht gehandelt wird, auf die Hardware-Wallet. Anbieter ohne EU-Zulassung meiden – Statusübersicht.
  2. Sparplan weiterlaufen lassen. Die Raten im Bärenmarkt sind die, die den Einstandskurs senken – DCA.
  3. Nicht „das Tief kaufen“. Wer nach dem ersten Einbruch alles investiert, hat beim zweiten nichts mehr. Gestaffelt, mit Zeit.
  4. Verluste nutzen: Realisierte Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften sind mit Gewinnen verrechenbar und vortragbar – Krypto-Steuern.
  5. Kein Hebel, keine Shorts als Rache. Bärenmarkt-Rallyes von 30 bis 50 Prozent liquidieren Short-Positionen so zuverlässig wie Einbrüche die Longs.
  6. Lernen. Der Bärenmarkt ist die einzige Phase, in der Zeit für den Lernpfad bleibt und niemand drängt.

Häufige Fragen

Was ist ein Bärenmarkt?

Eine Phase über Monate oder Jahre, in der die Kurse fallen, Erholungen verkauft werden und tiefere Tiefs folgen. Bei Bitcoin: 2014–2015, 2018, 2022 – jeweils mit 77 bis 86 Prozent Rückgang vom Hoch.

Wie lange dauert ein Krypto-Bärenmarkt?

Bisher rund ein Jahr vom Hoch bis zum Tief, gefolgt von einer langen Bodenphase. Der ganze Weg zurück zum alten Hoch dauerte zwei bis drei Jahre.

Soll ich im Bärenmarkt verkaufen?

Wenn Sie das Geld brauchen oder die Position nicht mehr aushalten: ja, mit Plan statt in Panik. Sonst ist der Bärenmarkt historisch die Phase, in der der Sparplan die günstigsten Anteile kauft.

Woran erkenne ich das Tief?

Nicht in Echtzeit. Typisch für Böden waren Fear & Greed unter 15, Insolvenzen großer Anbieter (Mt. Gox 2014, FTX 2022), Kapitulationsschlagzeilen und wochenlange Seitwärtsphasen bei niedrigem Volumen.

Quellen und Prüfdatum

  • Bitcoin-Kurshistorie (USD, gerundet): CoinMarketCap
  • Insolvenzen: Mt. Gox (Feb. 2014), Celsius (13.07.2022), Voyager (Juli 2022), FTX (11.11.2022), BlockFi (28.11.2022) – Gerichtsakten/Pressemitteilungen
  • Eigene Erfahrung: Bestände 2018 und 2022 gehalten; Verluste bei Celsius und BlockFi 2022

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Philipp Zurawski, Gründer von krypto-trading.com

Philipp Zurawski

Gründer & Chefredakteur krypto-trading.com

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Nachdem ich am 05. April 2017 meine ersten Ether gekauft habe, begleite ich den Krypto-Sektor täglich durch Bullen- und Bärenmärkte. Auf krypto-trading.com teste ich Börsen, Broker und Wallets persönlich mit eigenem Kapital: Gebühren, Einzahlungswege, Auszahlungen und Regulierung – keine gesponserten Gefälligkeitsurteile.

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